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Patrone

Ursprünglich war sicher der hl. Ägidius Patron der Pfarrkirche. Wohl erst nachdem die Babenberger die Herrschaft über die Steiermark übernommen haben, kam deren Heiliger, der hl. Koloman als zweiter Patron dazu.

Hl. Ägidius

Erster Patron der Stadtpfarre Steyr

Der heilige Ägidius lebte als Einsiedler in der Provence. Er gründete um 680 - möglicherweise mit Unterstützung des Westgotenkönigs Wamba vor der Rhonemündung ein Kloster, das er als Abt leitete und das später nach ihm Saint-Gilles benannt wurde. Ägidius starb um 720. Sein Grab, an der Pilgerstraße nach Santiago di Compostella gelegen, war im Mittelalter ein berühmter Wallfahrtsort. Der Hauptteil seiner Reliquien kam schon im Mittelalter in die Kirche Saint-Sernin (hl. Saturnin) in Toulouse. Der hl. Ägidius zählt auch zu den Vierzehn Nothelfern. Dargestellt wird der hl. Ägidius im Gewand eines Benediktinerabtes mit Pfeil und Hirschkuh.

Die Beliebtheit des hl. Ägidius zeigt die Verehrung, die ihm zuteilgeworden ist und die Anliegen, in denen er angerufen worden. So gilt Ägidius als Patron der stillenden Mütter, der Hirten, Bettler und Aussätzigen; des Viehs; gegen Fallsucht und Geisteskrankheiten, gegen Unfruchtbarkeit bei Mensch und Vieh, gegen Trockenheit, Sturm und Feuersgefahren; in geistiger Not und Verlassenheit; um Beistand für gute und reumütige Beichte.

Eine andere Form der Verehrung zeigt sich in den Patrozinien (Kirchenpatronat), der auf seinen Namen geweihten Kirchen. Eine davon ist die Stadtpfarrkirche Steyr (und in weiterer Folge auch der heutige Dom zu Graz). Erstmals wird eine "ecclesia sancti Egidii in Styria" (Kirche des hl. Ägidius in Steyr) im Jahr 1275 erwähnt. Darum feiert die Stadtpfarre Steyr auch das Fest des hl. Ägidius am 1. September als Hochfest ihres Kirchen- und Pfarrpatrons.

Der hl. Koloman

Koloman stammte aus Irland und hatte eine Wallfahrt ins Heilige Land angetreten. Wegen seiner fremden Kleidung und Sprache wurde er als böhmischer oder ungarischer Spion angesehen und angeblich am 17. Juli (?) 1012 in Stockerau bei Wien an einem Holunderbaum erhängt. Sein Leib wurde am 13. Oktober 1014 nach Melk überführt, wo er bis auf den heutigen Tag in der Stiftskirche beigesetzt ist. Deshalb wird das Hochfest am 13. Oktober gefeiert.

Koloman wird dargestellt mit Pilgermantel und Pilgerhut, Pilgerstab und Pilgerflasche und mit einem Strick, manchmal auch mit Ruten, Zange oder Steinen.

Er gilt als Patron der zum Tod durch den Strang Verurteilten; des Viehs (in Bayern und Österreich; Pferdeumritte); der Pilger und Reisenden; gegen verschiedene Krankheiten, Pest, Unwetter, Ratten- und Mäuseplage; in Feuersgefahr (Koloman-Segen)

Der heilige Koloman ist der zweite Patron der Stadtpfarre Steyr. Möglicherweise hängt seine Wahl mit der Regierung der Babenberger im Land ob der Enns zusammen, wo Koloman auch Landespatron war, bis er in dieser "Aufgabe" nach der Heiligsprechung des hl. Markgrafen Leopold III. abgelöst wurde.