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Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die aus der Pfarre stammen oder hier gewirkt haben

Adolph Kolping

Der berühmte Gesellenvater aus Köln Adolph Kolping war auf seinen Reisen mehrmals in Steyr. Und das blieb in dieser Stadt nicht ohne Wirkung. ...

Adolph Kolping war auf seinen Reisen mehrfach in Österreich und besuchte auch die Stadt Steyr. Über diese Reisen berichtete er unter anderem im Rheinischen Merkur.

In Steyr hat es ihm vor allem die gotische Stadtpfarrkirche angetan. Kolping liebte die Gotik, die geprägt war durch den Kölner Dombau. Deshalb hat er die barocke Einrichtung der Stadtpfarrkirche als hässlichen Zopfstil bezeichnet. Allerdings freute er sich über die Nachricht, dass eine "Regotisierung" ins Auge gefasst wurde, die in der heutigen neugotischen Form ausgeführt worden ist.

Am 2. Juni des Jahres 1852 war Adolph Kolping bei der Gründung des Steyrer Gesellenvereins (später Kolpingverein genannt) anwesend. Die Gründungsversammlung fand in der Margaretenkapelle neben der Stadtpfarrkirche Steyr statt.

Adolph Kolping, inzwischen seliggesprochen, feierte auch in Steyr die heilige Messe.

Die Steyrer Kolpingfamilie fand seine Heimat in der Vorstadt, in der Mitteren Gasse im heutigen Kolpinghaus.

Franz Xaver Bayer

Franz Xaver Bayer, der große Freund von Anton Bruckner war von 1888 bis 1921 Chorleiter in der Stadtpfarre Steyr.

Franz Xaver Bayer wurde am 25. Juni 1862 in Lambach geboren. Seine Musikalität zeigte sich schon in der Kindheit. So erhielt er schon früh Musikunterricht und wurde Sängerknabe an der Votivkapelle des Linzer Mariendomes, die kurz vorher unter Bischof Franz Joseph Rudigier als erster Teil des Neuen Domes fertiggestellt worden ist. Dann folgte die Lehrerausbildung. Eine kurze Zeit als Chorleiter und Kapellmeister folgte, ehe Franz X. Bayer 1888 im Alter von 26 Jahren zum Regens chori beider Stadtpfarrkirche in Steyr (Stadtpfarre und Vorstadtpfarre) ernannt wurde. 1894 – 1918 wirkte er außerdem als Chormeister des Männergesangsvereines „Kränzchen“. Von 1899 an war er künstlerischer Leiter der Gesellschaft der Musikfreunde. Franz X. Bayer trat auch als Komponist hervor. Noch vor einigen Jahrzehnten wurden bei der Fronleichnamsprozession in Steyr die Prozessionsgesänge von F.X. Bayer gesungen. Für seine große Leistung in Steyr verlieh Kaiser Franz Joseph I. dem Musiker das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.

In die Zeit als Regens chori fällt die Freundschaft mit dem großen Musiker und Komponisten Anton Bruckner, der bei Franz X. Bayer oft in seiner Wohnung im Mesnerhaus, Brucknerplatz 6, zu Gast war. Dazu gibt es eine Reihe von Anekdoten. Bruckner selbst hat Franz X. Bayer in einem handschriftlichen Zeugnis vom 10. Dezember 1895 außergewöhnliche Leistungen und Können des „genialen Dirigenten“ bezeugt, und er fügte hinzu: „Auch als Organist steht er oben an.“

Bayer setzte sich als Freund und Schüler Anton Bruckners zeitlebens für dessen Werk ein. 1890 leitete er die Uraufführung des „Pange lingua et Tantum ergo“ (1868 in Kremsmünster entstanden) in der Stadtpfarrkirche Steyr. 1893 folgte die denkwürdige Aufführung der Messe in d-Moll, die Bruckner überaus lobte. In Zusammenarbeit mit Bayer überarbeitete Bruckner sein Requiem, das 1895 beim Begräbnisgottesdienst von Stadtpfarrer Johann Ev. Aichinger gesungen wurde, bei dem Bruckner während der Ferien im Stadtpfarrhof wohnte. Als Leiter des Männergesangsvereines widmete sich Bayer auch Bruckners Männerchören. Nach 1900 dirigierte F.X. Bayer weiterhin Werke von Bruckner. Ein besonderer Höhepunkt war die Aufführung des „Te Deum“ im Jahre 1901, bei der sämtliche musikalische Vereine in Steyr mit über 200 Sängern mitwirkten. 1904 folgte die Erstaufführung der Zweiten Symphonie Bruckners.

Am 14. Juli 1921 ist Franz X. Bayer verstorben und liegt auf dem Steyrer Friedhof begraben.

Enrica von Handel-Mazetti

Die Schriftstellerin Enrica von Handel-Mazzetti lebte von 1905 bis 1911 in Steyr. Nach ihr ist die "Enrica von Handel-Mazzetti Promenade" benannt.

Enrica von Handel-Mazzetti schrieb über die alte Stadt Steyr die beiden Romane "Die arme Margaret" und "Stephana Schwertner". In diesen Romanen wird die turbulente und traurige Geschichte der Zeit von Reformation und Gegenreformation lebendig. Außerdem schrieb sie über Steyr die Ballade "Deutsches Recht".

Über die Schriftstellerin und ihre katholischen Wurzeln schrieb J.J. Preyer sein Buch ein biographisches Lesebuch.

Pfarrer Sebastian Kneipp

Stadtpfarrer Johann Ev. Aichinger hatte in der letzten Zeit seines Lebens immer wieder Probleme mit Herz und Kreislauf. Deshalb begab er sich zu Pfarrer Sebastian Kneipp zur Behandlung und Erholung nach Bad Wörishofen in Bayern. Dort hat Pfarrer Aichinger seinen Amtsbrucer Sebastian Kneipp zu einem Besuch nach Steyr eingeladen.

In der Pfarrchronik wird berichtet, dass vom 5. bis 6. November 1894 der Naturheilpraktiker, Prälat Sebastian Kneipp, Pfarrer von Wörishofen in Bayern im Stadtpfarrhof übernachtet hat. Am Vorabend hielt er im Casion einen Vortrag, und am Morgen feierte er in der Stadtpfarrkirche Steyr die heilige Messe.

Über das Leben und Wirken von Pfarrer Sebastian Kneipp lesen Sie hier weiter:

Leben und Wirken von Pfarrer Sebastian Kneipp

Graf Joseph Dominik Kardinal Lamberg

Fürstbischof von Passau

Joseph Dominikus Graf von Lamberg wurde am 8. Juli 1680 auf Schloss Lamberg in Steyr geboren und in der Stadtpfarrkirche Steyr getauft, wie das Taufbuch der Pfarre bezeugt.

Der Neffe des Passauer Fürstbischofs Johann Philipp Graf Lamberg studierte in Rom, Bologna und Besançon, und empfing am 21. September 1703 in Passau die Priesterweihe. Seine Primiz feierte er wie später sein Goldenes Priesterjubiläum in der Wallfahrtskirche Maria Hilf in Passau. 1706 wurde er Dompropst in Passau, 1707 Domkapitular im Erzbistum Salzburg, und wurde 1712 mit 32 Jahren Bischof des Bistums Seckau.

Seit 1723 war er der 68. Bischof von Passau. 1729 verzichtete er gegen den Widerstand des Domkapitels zugunsten der neuen Erzdiözese Wien auf den Distrikt Unter dem Wienerwald mit 64 Pfarreien zwischen Wien und Wiener Neustadt. Im Gegenzug erreichte er die Exemtion seines Suffraganbistums aus der dem Erzbischof von Salzburg unterstehenden Kirchenprovinz. Am 20. Dezember 1738 ernannte ihn Papst Klemens XII. auf Vorschlag von Kaiser Karl VI. zum Kardinal.
Während seiner langen Amtszeit als Bischof von Passau wurden viele Kirchen und Klöster im Stil des Spätbarock oder Rokoko neu erbaut beziehungsweise umgestaltet und von ihm geweiht. Unter anderem konnte er am 29. Juni 1724 die feierliche Weihe der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl vornehmen. Der Fürstbischof kümmerte sich vor allem um den Ausbau des deutschen Schulwesens und unternahm etwa hundert Visitationsreisen, die ihn auch in seine Heimatstadt führten.

Gestorben ist Joseph Dominik von Lamberg am 30. August 1761. Er ist in der Bischofsgruft im Dom St. Stephan bestattet. Eine schöne Gedenktafel in der Vierung des Domes erinnert an diesen großen Bischof.

Die Randnotiz "Cardinalis et Episcopus Passaviensis, 1738" ist wahrscheinlich ein eigenhändiger Eintrag des Diözesanbischofs bei seinem Taufeintrag anlässlich einer Visitation in Steyr.

Anton Bruckner

Eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die im Stadtpfarrhof Steyr Urlaube verbrachte und die Steyr bezeichnete als "die Stadt, wo ich alljährlich so gerne weile", war der Komponist Anton Bruckner. Sein Wirken in Steyr soll hier kurz dargestellt werden.

1824 Am 4. September in Ansfelden geboren
1837-1840 Sängerknabe in St. Florian
1840-1841 Absolvierung der Lehrer-Präparandie in Linz
1841-1843 Schulgeholfe in Windhaag bei Freistadt - "Windhaager Messe" in C-Dur (1842)
1843-1845 Schulgeholfe in Kronstorf, von hier aus erste Besuche in Steyr
1845-1855 Leher in St. Florian; ab 1850 auch provisorischer Stiftsorganist - Missa Solemnis in B (1854)
1855-1861 Schüler von Simon Sechter in Wien
1855 Probespiel für die Domorganistenstelle in Linz, danach provisorischer Domorganist
1856 Übersiedlung nach Linz; definitiver Domorganist
1860 Erster Chormeister der Liedertafel "Frohsinn" in Linz - Siebenstimmiges Ave Maria (1861), Symphonie in f-Moll (1863), Germanenzug (1863/64), Messe in d-Moll (1864)
1865 Reise nach München, Gegegnung mit Richard Wagner - Erste Symphonie in c-Moll (1865/66; Zweite Fassung 1890/91), Messe in e-Moll (1866; Zweite Fassung 1982)
1867 Nervenkrise; Kur in Bad Kreuzen - Messe in f-Moll (1867/68)
1868 Übersiedlung nach Wien. Anstellungsdekret als Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgelspiel am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; "Expectirender k.k. Hoforganist"; Bruckner tritt als Organist in Steyr auf (Bericht im "Alpenboten") - Locus iste (1869, Symphonie in de-Moll "Nullte" (1869)
1871 Orgelkonzert in London - Zweite Symühonie in c-Moll (1871/72), Dritte Symphonie in d-Moll (1872/73; weitere Fassungen 1878 und 1898), Vierte Symphonie in Es-Dur (1874; Zweite Fassung 1880)
1875 Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt an der Universität Wien - Fünfte Symühonie in B-Dur (1875/76), Trösterin Musik (1977)
1878 Ernennung zum wirklichen Mitglied der Hofmusikkapelle - Streichquintett in F-Dur (1878/79), Sechste Symphonie in A-Dur (1879/81), Siebente Symphonie in E-Dur (1881/83), Te Dezum (1881/84)
1884 Besuch bei Franz Liszt wegen der (erfolglosen) Widmung der Zweiten Symphonie - Perger Präludium in C-Dur für Orgel, Achte Symphonie in c-Moll (1884/87; Zweite Fassung 1990)
1885 Bruckner ab jetzt regelmäßiger Gast in Steyr. Abschluss der Partiturskizze zur Achten Symphonie im Stadtpfarrhof mit dem Vermerk "Halleluja!"
1886 Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens - Neunte Symphonie in d-Moll (1887/96)
1890 Bewilligung einer jährlichen Ehrengabe von 400 Gulden durch den oberösterreichischen Landtag. Uraufführung des Pange lingua et Tantum ergo in phrygischer Tonart in der Stadtpfarrkirche Steyr - Träumen und Wachen
1891 Ehrendoktorat der Universität Wien
1892 Krankheit; Beendigung des Dienstes an der Hofmusikkapelle - Psalm 150
1893 Testament. Ehrenmitgliedschaft der "Gesellschaft der Musikfreunde" in Steyr. Aufführung der Messe in d-Moll in Steyr - Helgoland
1894 Ehrenbürgerschaft von Linz. Ehrenmitgliedschaft der "Steyrer Liedertafel"
1896 11. Oktober: Anton Bruckner stirbt im Kustodenstäckl im Wiener Belvedere
14. Oktober: Einsegnung in der Wiener Karlskirche
15. Oktober: Beisetzung in der Gruft unter der Orgel im Stift St. Florian